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Ein Nachruf auf einen der wohl schönsten Tage der Ulmer Basketball Neuzeit

Marcus Heckenberger 0 Comments

Sonntage.
Man lebt sie in der Regel im niederen Drehzahlbereich, beinahe andächtig und den Regularien der eigenen Erziehung entsprechend in schwäbisch gelassener Ruhe.
Sie stehen selten für Momente ausgelassener Emotionen, respektive der gelebten Ekstase.
Oft betitelt als „Familientag“ in einer beinahe unantastbaren Heiligkeit fristet er sein – durchaus berechtigtes – Dasein im Wochenkalender.

Der 11.12.2016 war ein Sonntag.
Doch bis auf den Namen hatte er wohl nur wenig gemeinsam mit seinen 51 terminalen Brüdern und Schwestern des Kalenderjahres 2016.
Er steht vielmehr für einen Tag, der in den Köpfen der Ulmer Basketballfans als nahezu perfekter Spieltag verbleiben und  wie ein virtuelles Branding tiefe, aber angenehme Narben der Erinnerung hinterlassen wird.
Er ist Sinnbild für den Moment, als der Ulmer Basketball endlich aus dem Schatten des netten Underdogs, hinein in den Fokus der Meisterschaftsaspiranten trat.

Gibt es genügend Worte um die Intensität der Emotionen des Spiels gegen den ewigen Gegner Bamberg in Schrift verewigen zu können?
Wagt man, die Freude über eine der bedeutendsten Vertragsverlängerungen der Liga annähernd zu umschreiben, die mit und durch die Person Per Günther verkündet wurde?
Ich scheitere dabei den Glücksmoment zu umschreiben, als Per in beinahe gewohnter Lässigkeit sein „Ja“ zu zwei weiteren Jahren Ulm verkündete und mir die Sicht auf das Spielfeld für kurze Zeit verwässerte.
Ein Statement zu Verein, Stadt und Zukunft des Ulmer Basketballs.
Der PERmanent Marker hinterlässt hiermit seine ewigen Initialen auf dem Whiteboard der Ulmer Legenden bereits zu aktiven Zeiten.
Man muss schon ein absolut emotionsbefreiter Mensch sein, um diesen gestrigen Moment vor dem Spiel nicht laut schreiend vor Begeisterung und mit einer Träne im Knopfloch erlebt zu haben.

Gleiches gilt für das Spiel, dessen Ausgang in dieser Form wohl in den wenigsten, wilden Fantasien voraus zu sehen war.
In meinem voraus gegangenen Blog habe ich darauf gehofft, der uns bis dato verschlossenen Tür zur Meisterschaft einen ordentlichen Tritt zu verpassen.
Wer konnte ahnen, dass unser Auftritt diese Tür in absoluter Gelassenheit aus den Angeln riss.
Sicher, bis dahin ist es noch ein langer Weg.
Aber dieses Team hat mit diesem Sieg, aber vor allem mit der Art, wie es gegen Bamberg aufgespielt hat bewiesen, dass sich der Traum der Fans nicht länger in direkter Abhängigkeit vom glücklichen Ausgang einer Spielbegegnung  befindet.

Auch gegen den amtierenden Meister gab es keinen Moment des Zweifels am Sieg der Ulmer.
Klinge ich arrogant?
Für den Außenstehenden mag ich diesen Eindruck hinterlassen.
Wer jedoch Augenzeuge der Perfomance werden durfte wird mir zustimmen, dass das Spiel nur einen verdienten Sieger hatte.

Und genau ist es, was diese Begegnung mit allen anderen Siegen zuvor gemein hat.
Nein, es war nicht immer ein absolut dominantes Auftreten unserer Mannschaft in den hinter uns liegenden 12 Spielen und Siegen.
Es war mitunter auch nicht der auf höchstem Niveau zelebrierte Basketball, den wir präsentierten.
Aber was wir immer erkennen durften waren Spirit, Hingabe und Aufopferung.
Charaktereigenschaften die uns in die Lage versetzten, bisher jeden Gegner kontrolliert zu bezwingen
und die am gestrigen Tage wohl am besten in Form der Defense auf dem Spielfeld verkörpert wurde.

Mit absoluter Bissigkeit stand man den Bambergern permanent auf den Füßen, so dass sich ein routiniertes Abrufen der Systeme auf gegnerischer Seite überhaupt nicht einstellen wollte.
Switching und Help Defense als Garant für den Sieg.
Hatten wir einen Sahnetag?
Nein! Wir hatten den Willen, den Hunger und den Biss dieses Spiel zu gewinnen.
(Ist euch aufgefallen, dass wir die Fahrigkeit, die Nervosität der Vergangenheit komplett abgelegt haben?
Für mich einer der wichtigsten Eigenschaften im Reifeprozess des Ulmer Basketballs, der gestern wohl das mächtigste Ausrufezeichen der letzten 5 Jahre gesetzt hat.)

Ich verneige mich an dieser Stelle auch vor dem Ulmer Publikum.
Was ihr gestern abgefackelt hat war schon ganz großes Kino und wohl einer der besten Tage des Ulmer Supports.
DANKE! DANKE! DANKE!

Auch einen Tag später will die Freude über dieses Ausrufezeichen nicht abebben.
Was gibt es schöneres, als einen Montag mit einem fetten Grinsen zu beginnen und andere bekennenden Fans in der Firma ein heiseres „Ulmer!“ zur Begrüßung entgegen zu rufen?

Gott, bitte lass es nie enden.

Ihr wollt alles? Dann gebt alles!

Marcus Heckenberger 0 Comments

Zeit aus der Deckung zu kommen.
Zeit das Schweigegelübde aufzuheben, welches ich mir in einer wundervollen Mischung aus Erfurcht vor der erbrachten Leistung und schwäbischem Aberglauben selbst auferlegt habe.
„Bloß nix verschreia!“

Nach 11 Spieltagen sehen wir uns einer bittersüßen Situation gegenübergestellt.
Wir wandeln auf einem Siegespfad, der an den ursprünglich angesetzten Zielen beinahe arrogant vorbeiführt.
Kurskorrektur in Richtung Maximalziel!
Zunehmend schwerer gestaltet sich die Verdrängung der Begehrlichkeiten; auf den Rängen sowohl als auch auf dem Spielfeld.
Wir Fans beginnen zu schwärmen.
Von der einen, magischen Saison, die am letzten Spieltag mit der ultimativen Krönung der erbrachten Leistung endet ohne dabei den Blick auf einen Gegner richten zu müssen, der doch den einen Tick besser gewesen war.
Einmal ganz oben stehen.
Wer hätte vor dem Beginn der Saison davon zu träumen gewagt?
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Bayreuther Festgespielte

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Endlich wieder da.
Endlich wieder Basketball.

Als am Sonntag die ersten Kilometer mit dem Fanbus hinter mir liegen, will sich das Ganze noch überhaupt nicht nach Ligabetrieb anfühlen.
Innerlich noch im Pre-Season Modus gefangen, gewöhne ich mich erst ganz langsam an den Gedanken, dass es heute zum ersten Mal in der Saison 2016/17 ernst wird.
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Zerrissenheit – Eine Entschuldigung!

Schweigen ist Gold.
Mittlerweile verfüge ich über eine derart prall angefüllte Schatzkammer, dass ich es mir leisten kann, die mir selbst auferlegte Auszeit auf der „stillen Blocktreppe“ zu beenden.
Mit Freude und etwas Stolz, habe ich den Ruf meiner Leserschaft nach ein paar neuen Worten vernommen. Hierfür ein herzliches Merci!

Dennoch konnte und wollte ich mich in einem gewissen Grad nicht zu den Ergebnissen und Erfahrungen der letzten Spieltage äußern.
Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, beispielsweise nach dem Sieg gegen die nord-österreichischen Ballträger einen euphorischen Blog zu posten, der sich im Rausch des Jubels beinahe von allein geschrieben hätte.
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Liebesgrüße aus dem Kühlschrank

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Ulm im Spätherbst 2015.
Meine emotionales Befinden bewegt sich irgendwo zwischen massiver Unterkühlung und Gefrierbrand.
Verfluchter Sommer!
Du warst in vieler Hinsicht einfach zu perfekt und hast uns alle auf deine verführerische Art und Weise geblendet.
Hast uns im Glauben lassen, dass der erneute, totale Umbruch eines Teams eine Nebensächlichkeit sei die – unterstrichen durch die Erfolge der Preseason – zum Alleingänger wird.
Harmonie und Talent können eine süße Versuchung sein. Ein Köder, den der Fan zu gerne schluckt und in ihm den Nährboden für hoch angesiedelte Hoffnungen und Träume findet.
Anspielungen des Vereins, die uns Tagträumern indirekt in die Karten spielten, ließen ernsthaft und voller Überzeugung an eine glorreiche Saison glauben.
Spätestens als Per Günther und seine Mannen den Münsterplatz in orange tauchten, verstummte auch der letzte Kritiker vorerst, um an diesem Tag den letzten, tiefen Atemzug eines Jahrhundertsommers zu genießen.
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Orange Campus BBU´01 – Interview mit Herr Dr. Klimke

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Dr. Wolfgang Klimke, Scherr+Klimke AG

Der Orange Campus bewegt die Ulmer Basketball Szene und lässt Verein und Fans in eine interessante und spannende Zukunft blicken.
Ein erstes Bebauungsmodell wurde bereits vorgestellt und das Nutzungskonzept durch den Verein erläutert.
Doch wie steht es um die architektonische Umsetzung?
Was können – oder besser gesagt – dürfen wir diesbezüglich vom Orange Campus erwarten?
Diesbezüglich habe ich den Kontakt zu Herr Dr. Wolgang Klimke gesucht, der mit seinem Unternehmen, der Scherr+Klimke AG mit der Planung und Realisierung des Bauvorhabens beauftragt wurde.
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Playoffs 2015 – Warum wir so sind, wie wir sind

Playoffs 2015.

Keine andere Zeit leben wir intensiver, niemals leiden wir mehr.
Herzen werden innerhalb von wenigen Tagen gebrochen, Träume zerstört und Hoffnungen bersten 1000-fach wie Luftblasen, die an die Wasseroberfläche eines Meeres Namens „Meisterschaft“ steigen.
Nur wenigen wird es vergönnt sein, das Ende der Saison mit Tränen des Glücks zu verabschieden.

Noch leben alle Anhänger der an den Playoffs teilnehmenden Vereinen den Traum von Ruhm und Ehre.
Ein Traum, dessen Storyline in allen Köpfen gleich gestrickt ist.
Der Traum von einem Kapitän, der einen silbernen Eisbecher triumphierend und unter frenetischem Beifall seiner Teamkameraden und Anhänger in die Höhe reißt.
Einem Trainer, der nach außen hin zurückhaltend aber innerlich laut schreiend die Früchte seiner Arbeit erntet.
Kurz gesagt – Phantasien vom Höhepunkt der Saison.
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Einigkeit hat das Recht auf Freiheit

Nein, der Baum brennt noch nicht in Ulm.
Aber die Reibungshitze jener Ohrfeige – oder besser gesagt Schwungschelle – die uns der MBC verpasste, lässt erste Rauchschwaden unter dem Hallendach der Arena aufziehen.
Es ist ein unangenehmer Geruch, dessen olfaktorische Existenz in rein virtueller Form hauptsächlich in den einschlägigen Internetforen zu erschnuppern ist.
Es liegen „Duftnoten“ von Trainerentlassung bis hin zum flächendeckenden cut des Teams in der Luft.
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Schatz, ich bin kurz vor Bayreuth…

Marcus Heckenberger 0 Comments

Weihnachten – Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit, der Wünsche und Hoffnungen.
Das perfekte Momentum um in sich zu gehen, tief in sich hinein zu horchen.

Wenn es um  Basketball geht, verlasse ich mich bei dieser Art der Körperbefragung gerne auf meine Emotionszentrale knapp oberhalb der Gürtellinie.
Ich blogge sozusagen aus dem Bauch heraus, um meine Gefühlslagen und Einschätzungen mit Euch zu teilen. Seit Wochen kämpfe ich verzweifelt damit die schwachen Signale aus meinem Futterbeutel zu deuten, um ein realistisches Bild  der Ulmer Mannschaft und dessen Potential zu gewinnen. Read More →