Auferstanden aus Ruinen – Hurra, wir leben DOCH!

Vor dem Spiel gegen die Lederhosen war ich recht unsicher, was von der Mannschaft derzeit eigentlich erwartet werden “darf“.
Das Spiel gegen Bonn warf viele Fragezeichen auf. Der Ausfall von Tommy gab mir den Rest und versetzte mich zugegebenermaßen in eine leichte Lethargie.
Umstände eben, die meiner Hoffnung einen gewaltigen Dämpfer verpassten.
Der Kopf rattert vor sich hin.
Wie geht unser Team mit der derzeitigen Situation um?
Kann sich der in Ulm so oft gepriesene Teamspirit bereits kompensierend auf die Ausfälle erkennbar machen?
Wie steht es wirklich um die Gesundheit der Spieler?

Auf einen Sieg gegen die Großverdiener aus München habe ich selbstverständlich gehofft. Aber nüchtern betrachtet, und mit den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der Belegschaft im Hinterkopf, musste definitiv mit einer Niederlage im letzten Testspiel vor Saisonbeginn gerechnet werden.

Doch es sollte ganz anders kommen….
Aber der Reihe nach!

Zunächst sei der (zugegebenermaßen sehr emotionale Moment) zu erwähnen, als die Nummer 54 des FC Bayern das Parkett betrat und von seiner EX-Fangemeinde herzlich empfangen wurde. Da hatte Big John bestimmt einen fetten Kloß im Hals stecken, an dem er ordentlich zu schlucken hatte. Vielleicht trug dieser Kloß seinen Teil dazu bei, dass sein Trikot im Hüftbereich “slimfit“-Format besaß.
Und so eng wie das Leibchen um Johns Hüften, schlang sich auch die Ulmer Verteidigung um den Center der Münchner und lies ihm verhältnismäßig wenig Platz zur Entfaltung seines gewohnten Spiels. Auch wenn er einer der Topscorer auf Bayerns Seite war, so hatte man dennoch den Eindruck, dass er nicht sein ganzes Potential ausspielen konnte.

Die Bayern insgesamt mit nur wenigen, überzeugenden Systemen im Spielaufbau. Was auch auf die ordentliche Defense der Gastgeber zurück zu führen ist.

Ulm insbesondere in den ersten beiden Vierteln im Speedy Gonzales Spielbetrieb.
Per Günther dirigierte seine Truppe in hohem Tempo, welches die Mannschaft bereitwillig aufnahm. Ulm scheint in diesem Punkt noch eine Schippe drauf legen zu wollen.
Hoffen wir, dass dies auch auf Dauer konditionell abrufbar sein wird.
Thorstens Handschrift ist jedenfalls auch beim neuen Kader wieder zu erkennen.

Auf Seiten des FC Bayern, war Herr Pesic in der ersten Halbzeit der Akteur mit den meisten zurückgelegten Metern und der größten Dynamik.
In gewohnter Manier kommandierte er seine Jungs aus der „erweiterten“ Coaching Zone. Wenn es Herr Pesic für angebracht hält, demnächst im Mittelkreis rote Tulpen einzutopfen, damit seine Coaching-Zone florale Freuden erfährt, müssen wir uns eben damit abfinden, dass der Sprungball zukünftig an der Seitenlinie ausgeführt wird.

In der zweiten Spielhälfte ließ der von einigen erwartete Leistungseinbruch der Ulmer auf sich warten, um zur Verwunderung vieler ganz aus zu bleiben. Ein befürchtetes Kippen des Spiels ging dank eiskalter Konter aus. Für fast jede erfolgreiche Aktion der Bayern hatte man die richtige Antwort parat.
Die deutliche Führung aus den ersten beiden Vierteln konnte zwar nicht gehalten werden, aber das Spiel wurde letzten endes kontrolliert nach Hause gebracht.

Ein Sieg der gut tat, aber bitte nicht sofort zu überzogenen Erwartungshaltungen führen sollte!

Kommen wir zur Verleihung der Awards für den sonntäglichen Auftritt.

Den Titel “Cold as Ice“ teilen sich Cam Long und Adam Hess.
Unmenschlich was die beiden geliefert haben. Cam Long habe ich ja bereits seit Leitershofen auf dem Radar. Wir werden definitiv noch viel Freude an diesem Kerl haben.  Adam trotz run and gun Spiel mit der nötigen Übersicht und Coolness das Leder zu lochen. Diese beiden ebneten mit ihrem Scoring den Weg zum Sieg.

Der “Hope“ Award geht an Trent Plaisted.
Was er im High- aber vor allem im Low-Post präsentiert hat, kann uns nur gefallen.
Sein Jagdrevier ist wieder das eines klassischen Centers. In seinem Falle jedoch gepaart mit einer dicken Portion Dynamik und Bewegungsfreude. Schon frech, wie er John einmal komplett ausgetanzt hat.
Auf ihm lastet natürlich der Fluch des “Erbes“, was ihn aber wenig zu kümmern scheint. Gut so! Dieser Tren(t)d geht aufwärts!

Kommen wir zur Kategorie “WOHAAA“.
Mr. Clyburn, bitte vortreten!
Ich habe es vermutet – es hat sich bestätigt. Der Junge ist hungrig und bringt die von vielen vermisste “Airtime“ zurück in die Arena. Er ist der von vielen ersehnte Entertainer! Bei aller Diskussion über die Wertigkeit von Dunks, bin ich dennoch der Meinung, dass ein Stopfer zum richtigen Zeitpunkt ein Team zusätzlich pushen kann.
Ob es gleich ein Reverse Dunk sein muss, sei dahin gestellt.
Thorsten Leibenaths Gesichtsausdruck bei dieser Aktion sprach Bände!
Cool down Thorsten! Der gute WILL zählt!

Und der letzte Preis “Mr.Cojones“ geht an unseren Rookie Jonathan Maier und Per Günther.
Jonathan wieder mit der Respektlosigkeit gegenüber großen Namen. Er scheut sich nicht, dahin zu gehen, wo es weh tut. Gute Defense und erstaunlich sicheres Ballhandling. Wo kommt der denn bitte her? Und wer hat den gehen lassen? Da wächst etwas in Ulm heran, auf das man aufpassen sollte.
Und Per hat den Titel allein deshalb verdient, weil er das Eins zu Eins gegen seinen alten Buddy Big John mehrfach gesucht hat.
Wenn ein Ewok, ohne jede Furcht, den waffenlosen Kampf gegen Jabba the Hutt sucht, dann muss er schon ganz schön große, haarige Cojones haben…

Wir sehen uns bereits am Sonntag zu ersten Punktspiel in heimischer Halle!
Ich freu mich!

Euer Heckenschütze

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.