Halbfinale Playoffs 2013 – Ich brauch einen Arzt

Playoffs Halbfinale Nummer 1 in Oldenburg.

Die Vorfreude auf das Spiel schlägt in massive Nervosität um. Mich beschleicht ein ungutes Gefühl, welches ich mir selbst auszureden versuche. Lindernd wirkt die am Morgen des Spieltages verkündete Nachricht über den Verbleib von Per Günther in Ulm für zwei weitere Jahre.
PERMINATORDer „Perminator“ ist und bleibt Ulmer. Hut ab vor seiner Einstellung! Seine Vertragsunterzeichnung überrascht mich zugegebenermassen nicht wirklich. Er weiss, was er an Ulm hat. Ein Umstand der in punkto Vereinsführung auf Gegenseitigkeit beruht. Ich kann mir sogar vorstellen, das Per’s Zukunft in Ulm, bei anhaltend erfolgreicher Vereinsführung, weit über die nächsten 2 Jahre gesichert ist. Ja, ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und prognostiziere sein Karriereende in Ulm mit anschliessendem Wechsel in die Vereinsarbeit. Aber das sind lediglich meine persönlichen „Visionen“ die gerne auch als „im Playoff-Fieber ausgesprochene Wahnvorstellungen“ tituliert werden dürfen. Was mich aber definitiv aus den Socken gehaut hat, war sein Videostatement. Der oftmals sehr nüchtern wirkende Per servierte uns eine Botschaft, die beinahe einem Liebesgeständnis an Verein und Fans gleicht. DANKE JUNGE, TUT GUT SOWAS ZU HÖREN!

Ein kurzer Abschweifer im Thema, den ich gerne unserem „Royal TS“ widmen möchte.   Lieber Thomas Stoll. Ich, wir alle, schätzen dich und danken dir für deine unbezahlbare Arbeit im Hintergrund die, bedingt durch die sportlichen Erfolge auf dem Feld, oftmals in Vergessenheit gerät. Wir lieben deinen untypischen aber ehrlichen Auftritt in den sozialen Netzwerken. Allen voran deine (teilweise von Polemik durchsetzten) Statements auf Lee’s Corner. Aber, lieber Herr Stoll, kann es sein, dass sie einen leichten Hang zum Sadismus haben? Bereitet es ihnen Freude uns zu quälen? Wie kann man (kurz vor der frohen Botschaft der Vertragsverlängerung unseres Günthers) im Internet dazu auffordern die Augen offen zu halten, sozusagen auf bevorstehende News vorbereitet zu sein und das ganze noch mit ERSCHROCKENEN SMILEYS zu kommentieren!?! Ich habe im ersten Moment schon das Gesicht eines europäischen Managers vor Augen, der mit fettem Grinsen die Hand des einen oder anderen Agenten der Ulmer Spieler schüttelt. Im nachhinein können wir deine Smileys zumindest als ERSTAUNTE gelbe Wichte interpretieren. Das würde mildernde Umstände geben. ABER BITTE SPIEL DOCH NICHT DERART MIT DEM SEELENHEIL UND DER GESUNDHEIT DER FANS! 🙂 Meine ganz persönliche Frage: Bist DU Frodo? 😉

Aber jetzt zum eigentlichen Spiel welches mir, dies sei schon vorab gesagt, beinahe einen Herzmuskelfaserriss beschert hätte. Heimdefibrilatoren von ratiopharm – Gibt’s da was? Per Livestream durfte ich an einem Spiel teil haben, das die Nerven der Ulmer Fans wohl zu grossen Teilen überspannt hat.
Zu Beginn der Partie (oder Party?) will vor allem jenseits der 3 Punkte Linie rein garnichts fallen. Per ackert wie ein Wilder, wird aber von einem kleinen Rottweiler namens Dru Joyce heftigst, aber fair verteidigt. Er beisst sich regelrecht an unserem Per fest und verhindert somit zunächst seinen gefürchteten Zug zum Korb. Insgesamt stellen die Oldenburger unseren Ulmern eine sehr aggressive Defense gegenüber. Die gesamte erste Hälfte findet sich unser MVP in der Mangel zwischen mindestens zwei Oldenburger Spielern wieder. Dieses „doppeln“ erzielt seine Wirkung und zeichnet sich durch eine  deutlich geringere Präsenz unseres JB unter dem Korb aus. Die hieraus entstandenen Lücken in der Oldenburger Verteidigung konnten leider nicht genutzt werden. Zu schlecht fiel die Dreierquote aus, um hieraus Vorteil ziehen zu können. Die Oldenburger hingegen standen sich oftmals selbst im Weg und wollten ihre Chance, Ulm zu enteilen, nicht nutzen. Daniel Theis und Allan Ray waren zu diesem Zeitpunkt die Ulmer Schlüsselspieler die dafür Sorge trugen, dass sich Oldenburg nicht deutlicher absetzten konnte. Per’s unglaublicher Buzzerbeater von der Mittellinie zum Ende der ersten Spielhälfte sollte den Vorsprung sogar bis auf einen Zähler schmelzen lassen. Die erste Halbzeit war eine derart „zerfahrene“ Geschichte, man hätte mit ihr durchaus Werbung für Navigationsgeräte machen können.

In der zweiten Hälfte zeigten beide Teams sehr viel Biss, aber vor allem höheres Spielniveau. Unser Spielmacher zwar immer noch in ständiger Bewachung, aber mittlerweile mit den nötigen Mitteln sich aus selbiger zu befreien. Und so musste auch nicht lange auf die Rückkehr des MVP auf dem Scoreboard gewartet werden, der seinerseits immer besser mit der Oldenburger Verteidigung klar kam. Das Spiel entwickelte sich zu einem Krimi, bei dem man jedoch die besseren Nerven auf Ulmer Seite lagen. Nerven scheinen unsere Jungs garnicht zu besitzen. Ein Gespann aus Titanseilen ersetzt diese scheinbar. Bezeichnenderweise musste das erste Halbfinalspiel dann auch gleich in der Overtime sein Finale finden, welches Allan Ray bedingt durch sein fünftes Foul von der Bank aus miterleben musste. Daniel Theis ackerte weiterhin wie ein Berserker uns Esterkamp bewies  einmal mehr, dass er nicht nur eine absolut coole Sau ist, sondern auch zunehmend den Wurf aus der Mitteldistanz sucht. Würfe aus der Drehbewegung hätte man zu Beginn der Saison nicht unbedingt mit unserem Captain in Verbindung gebracht. Hier scheint ein Potential noch nicht gänzlich ausgeschöpft.
Etwas Übel hat mir die Aktion von Chubb gegen Schwethelm aufgestossen. Der Oldenburger fällt mit seinem vollen Gewicht auf Philipp und drückt ihm beim aufstehen, sozusagen als Dank für’s auffangen, das Knie in den Rücken. Sorry, dafür hab ich kein Verständnis! Mein Ärger über diese Aktion wurde durch den kurz darauf folgenden Sieg der Ulmer besänftigt. Ein Block von Daniel Theis verhinderte die vorletzte Chance auf einen Oldenburger Happy End. 3,7 Sekunden blieben den Baskets für eine letzte Aktion. Aber auch der 3er Versuch von Paulding sollte nicht das Ziel treffen.

Somit 1:0 für Ulm und, das wichtigste, Heimrecht geklaut! Was für ein Auftakt in diese Serie, die am Samstag bereits in die nächste Runde geht.
GO ULM!

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