Kein Grund um Tränen zu verGiessen…

Mittwoch, der 4. April 2013.
Nachholspiel des 18. Spieltages zwischen ratiopharm Ulm und den Giessen 46ers.

Halbzeitpause in der Arena.
Thorsten Leibenath betritt die Ulmer Spielerkabine und bittet zunächst die Nachwuchsspieler vor die Türe. Er hat etwas mit den „alten Hasen“ zu klären.
Till, Myles und Kay schreiten, sich gegenseitg fragend anblickend hinfort.
Nach wenigen Metern zucken sie zusammen, denn ein lautes „F**k“ schallt durch die Katakomben der Arena.

2 Minuten zuvor…
Thorsten Leibenath schliesst die Türe der Kabine – nachdem er die Jungspieler aus selbiger gebeten hat – leise hinter sich.
Sein Rücken ist der Mannschaft zugekehrt, als seine Hand den Lichtschalter betätigt und die Kabine in Dunkelheit hüllt.
Absoulte Stille.
10 Sekunden lang ist ausser dem leichten Geräuschwabern aus dem Inneren der Arena nichts zu hören. Niemand wagt etwas zu sagen, geschweige denn zu flüstern.
Die unerträgliche Stille wird plötzlich durch den Trainer selbst in Form eines laut ausgebrüllten „Fuuuuuuuuck“ ausgelöscht.
Weitere, kommentarlose Sekunden folgen bis Thorsten Leibenath’s Gesicht, allein erhellt durch das Licht einer Taschenlampe, die Finsternis durchbricht.
Glühende Augen, pulsierende Schläfen und Halsschlagadern lassen die Spieler erschaudern. Mit ruhiger aber bestimmter Stimme lässt der Trainer seinem Unmut über die bis dato gezeigte Leistung freien Lauf.
Und er droht mit Konsequenzen!
Das Licht geht in der Kabine schlagartig an.
Neben Thorsten haben sich die Co-Trainer John und Jesus plaziert.
John umklammert in der rechten Hand ein Feurzeug, Jesus einen Hammer!
In der linken hält John eine Tüte mit der Aufschrift „JB’s Cookies“, während sich in Jesus zweiten Hand eine Playstation mit der Gravur „salute hard work“ befindet.
JB und Lance müssen zusehen, wie die Cookies in Flammen aufgehen und eine Spielekonsole unter den Schlägen eines Hammers in Einzelteile zerlegt wird.
Marc Hermann karrt derweilen eine Schubkarre mit weiteren Spielerreliquien in den Raum, die der Trainer zur Zerstörung freigibt, sollte sich die „Einsatzfreudigkeit“ nicht schlagartig ändern.

Der Rest ist Geschichte.
Giessen bekommt in der zweiten Hälfte das wahre Gesicht der Ulmer Mannschaft zu sehen und wird mit +50 nach Hause geschickt.

Spass bei Seite!
Alles bis auf das Ergebnis ist natürlich nur frei erfunden.
Aber zu gerne wäre ich gestern Mäuschen in der Kabine gewesen, denn was wir in der zweiten Hälfte gegen Giessen serviert bekommen haben war von einem gänzlich anderem Charakter geprägt, dass mich die „bewegende Worte“ unseres Trainers brennend interessiert hätten.
Ich denke aber auch, dass die Mannschaft erst lernen muss, mit der relativ neuen Belastung in Form von „zum Gewinnen verdammt“ umzugehen.

Es war einfach wie bei Dornröschen.
Erst massiv verschlafen, um anschliessend in voller Schönheit zu erwachen.

Bis Samstag!

Marcus

Comments ( 4 )

  1. ReplyMargrit

    Einfach super!!! Du hast das Zeug zum Autor von Gruselgeschichten.... :-) Und gebt heut alles, kann nur aus der Ferne Daumen drücken und Liveticker schauen :-(

  2. ReplyManu

    Wie geil ist das denn bitte?! :) Ich wäre ja zu gerne mal Mäuschen, wenn du deinen Kleinen eine Gute-Nacht-Geschichte servierst. :) Super!!!

  3. ReplyPeter Mann

    Vielleicht war das Licht nicht aus. Aber ich schätze zusammengefaltet hat er die Spieler. Wahrscheinlich hat er auch noch das Wort "Arbeitssieg" verwandt

  4. ReplySabi

    Das ist wirklich genial geschrieben! Hätte noch Stunden weiterlesen können. :)

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