Die Nummer 1 im Land sind wir… schon ein wenig

Ludwigsburg. Derbytime. Schlüsselspiel.
Die Erwartungen an dieses Spiel waren dementsprechend hoch. Ein Sieg musste her, um die Leistungen des Eurocups nicht vorzeitig unter dem Deckmantel der „Eintagsfliegerei“ verblassen zu lassen und sich im Ligabetrieb zu rehabilitieren.
Das Aufeinandertreffen mit unseren schwäbischen Nachbarn bescherte uns nicht unbedingt einen Leckerbissen der Spielsysteme.
„Run and Gun“ stand auf der Speisekarte und wurde uns konsequent von der Vorspeise bis hin zum Nachtisch serviert.
So war es auch nicht verwunderlich, dass die Anzeigentafel nach dem ersten 10 Minuten 28 Punkte auf beiden Seiten vermerkte.
Auf Ludwigsburger Seite maßgeblich an der Punkteorgie beteiligt – C.J. Harris.
In der ersten Halbzeit war er der nicht in den Griff zu kriegende Scorer der Barockstädter.
Jedes Mal, wenn die Nummer 12 den Ball zugespielt bekam, konnte man als Ulmer nur die Luft anhalten.
Besonders weh taten seine Würfe jenseits der Dreipunktelinie, die uns von ihm eiskalt eingeschenkt wurden und ein davoneilen der Ulmer unmöglich machte.
Als Pendant im Ulmer Trikot sei Edgar Sosa zu nennen, der seinerseits die Spatzen vor einem vorzeitigen, unsanften Fall aus dem Nest bewahrte.
Seine teilweise wilden Würfe waren mitunter Anzeichen für ein phasenweise „ideenreduziertes“ set play.
Aber wie heisst es so schön – wer trifft, hat Recht!

Alles in allem betrachtet war es nicht unbedingt ein Spiel, welches sich durch seinen mitreissenden Spielverlauf in unseren Herzen einprägen wird.
Wie ein Mantra schaukelte sich die Partie in beinahe synchronem Gleichschritt hin zum letzten Viertel, um dort im sprichwörtlich finalen Akt durch ein letztes Aufbäumen der Ulmer in einem Sieg der Heimmannschaft zu enden.
Eben dieses Aufbäumen, der pure Wille letzte Kräfte zu mobilisieren um den Sieg zu erzwingen ist es, was der Fan als positives Highlight aus diesem Spieltag mit nimmt.
Sicherlich,  wir durften Zeugen einiger erhebender Momente sein, die uns zu Jubelstürmen hinreissen liessen.
Aber es war dennoch kein Spiel, welches auf der Geburtsstation der Ulmer Kinderklinik zu massiven Ausschlägen des Wehenschreibers geführt hätte.
Natürlich, es war spannend bis zum Schluss.
Aber die beidseitig schwächelnde Defense führte zu einem „Ping Pong“ Effekt, der den Beobachter dazu verdammte darauf zu warten, dass einer der beiden Kontrahenten einen schwerwiegenden Fehler beging. Und diesen Fehler begangen die Ludwigsburger, als sie Keaton zu viel Freiraum liessen und seine Dreier den entscheidenden Impuls zum Sieg gaben.

Wenn wir gerade von Fehlern sprechen. Was das magische Schiedsrichtergespann teilweise für sagenumwobene Pfiffe aus ihrem Blaswerkzeug entlockt hat, war schon recht schwer nachvollziehbar. Ich sehe in diesen mitunter die Urasche dafür, dass sich keine impulsivere Begegnung entwickeln konnte.
Zumindest waren sie nicht spielentscheidend, da beide Seiten unter dem Pfeiffkonzert der Two and a Half Men zu leiden hatten.
Somit war es ein Aufeinandertreffen, das lange Zeit auf gleicher Augenhöhe statt fand.
Ludwigsburg trat nicht wie eine Mannschaft auf, die beinahe die Reise in die Pro A antreten musste.
Der Wildcard Empfänger spielte durchaus mit Herz und wird auf diesem Niveau nichts mit den Abstiegskampf zu tun haben.

Kommen wir zu den Happytizern und Kummerkindern des Spiels…

Happytizer – Will will, Daniel auch!

Die Handbremse bei Will ist noch nicht ganz gelöst, aber mir scheint, er kommt langsam in Fahrt.
Zusammen mit Daniel Theis haben wir zwei stopfwütige am Werk, die mit entsprechendem Drive zum Korb ziehen können und dies auch wollen.
Schön, dass die Airtime zurück in Ulm ist!

Kummerkind…   Per Günther scheint mir immer noch etwas von der Rolle. Seine Leistungen möchte ich mit Nichten als unzureichend titulieren,
Jedoch läuft dieser V8-Motor auf reduzierter Drehzahl. Sein Spielaufbau hakelt ein wenig. Oder liegt es möglicherweise daran, dass die Systeme noch nicht hundertprozentig sitzen und er daher nicht sein ganzes Spektrum ausspielen kann?

Ich bin trotzdem richtig happy! DERBYSIEGER!

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