Orange Campus BBU´01 – Interview mit Herr Dr. Klimke

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Dr. Wolfgang Klimke, Scherr+Klimke AG

Der Orange Campus bewegt die Ulmer Basketball Szene und lässt Verein und Fans in eine interessante und spannende Zukunft blicken.
Ein erstes Bebauungsmodell wurde bereits vorgestellt und das Nutzungskonzept durch den Verein erläutert.
Doch wie steht es um die architektonische Umsetzung?
Was können – oder besser gesagt – dürfen wir diesbezüglich vom Orange Campus erwarten?
Diesbezüglich habe ich den Kontakt zu Herr Dr. Wolgang Klimke gesucht, der mit seinem Unternehmen, der Scherr+Klimke AG mit der Planung und Realisierung des Bauvorhabens beauftragt wurde.

Herr Dr. Klimke,

zunächst herzlichen Dank, dass Sie mir die Möglichkeit geben, meine Neugier in Bezug auf das Projekt “Orange Campus“ und dessen architektonische Umsetzung zu stillen.

Der Orange Campus ist ein Thema, das mittlerweile nicht nur die eingefleischten Basketball Fans in Ulm und Umgebung bewegt, sogar deutschlandweit aufhorchen lässt.
Erste Entwürfe wurden bereits vorgestellt und ein möglicher Baustart liegt in greifbarer Nähe.

Zunächst die Frage, welche Funktion bzw. Aufgaben übernimmt Scherr+Klimke beim Projekt Orange Campus?

Vor ca. einem Jahr haben wir erste Planungsgespräche mit den Herren Dr. Stoll und Oettel geführt. Dabei ging es zunächst um das Raumprogramm, wobei die Herren schon ziemlich klare Vorstellungen hatten, was neben den drei Hallen sonst noch alles im Orange Campus vorhanden sein sollte. Wir haben das um baulich erforderliche Räume ergänzt und so gemeinsam ein stimmiges Grundkonzept entwickelt. Sehr schnell wurde dann auch klar, dass der Grundstücks-Favorit das ehemalige Donaubad-Gelände ist. Darauf aufbauend haben wir dann Varianten für die Platzierung der Gebäude auf dem Gelände und ein Massenmodell entwickelt, das inzwischen ja auch in der Presse veröffentlicht wurde.
Die weiteren von uns anzugehenden Aufgaben sind klar: architektonische Gestaltung, statisch/konstruktives und energietechnisches Konzept sowie grundsätzliche Gestaltung des Aussenbereiches. Dann folgt die Einreichung des Baugesuches, Ausschreibungen, Vergaben usw. und dann wird gebaut.

Wohlwissend, dass wir uns im Moment noch in der konzeptionellen Phase befinden, würde ich gerne Ihre Vision im Hinblick auf die architektonische Umsetzung des Themas hinterfragen.

Im Vordergrund stehen momentan zwei Punkte: zum einen die Schaffung der baulichen Voraussetzungen für einen optimalen Trainings- und Spiel-Betrieb und zum anderen die städtebauliche Einbindung in die Umgebung. Die Lage der Gebäude ist wohl so weit geklärt; die Fassade und die Farbgestaltung sind jedoch noch nicht entschieden und auch noch nicht mit der Stadt Neu-Ulm abgestimmt. In jedem Fall wird der Orange Campus keine Kopie der Ratiopharm Arena – weder vom Erscheinungsbild noch von der Farbgestaltung her. Ich denke, dass das Farbkonzept mit der Farbe Orange nicht aufdringlich, sondern behutsam umgesetzt werden muss.

Entgegen der teilweise vorherrschenden Meinung, dass hier ein reines Sportzentrum für Leistungssportler entsteht, möchte die BBU´01 eine Anlaufstelle, vielmehr ein sportliches Zuhause für Jedermann anbieten. So soll das Gelände beispielsweise keine Abgrenzungen oder Zäune erhalten.
Wie setzt das Architekturbüro Scherr+Klimke diese Transparenz weiterführend um?
Werden großflächige Glaselemente zum Einsatz kommen?

Das sind genau die Grundgedanken, die uns von Beginn an schon beschäftigen. Offenheit und Transparenz ja, aber keinesfalls Störung des Trainingsbetriebs oder Beeinträchtigung der Sicherheit. Glas ist ein wunderbares Baumaterial und steht für Klarheit und Transparenz, aber zu viel Glas kann auch zu viel Licht bzw. Sonne bedeuten und bei Spiel und Wurf erheblich stören.

Die Planung und Realisierung wird in Anbetracht des ersten, ausgerufenen Zeitrahmens ebenfalls “sportlich“ .
Kann man davon ausgehen, dass viele Bereiche der Anlage – im Speziellen die Trainingshallen in einer Leichtbauweise zur ausgeführt werden?

Die momentane Terminschiene ist in der Tat sportlich, wobei natürlich nicht nur wir als Generalplaner die Termine beeinflussen, sondern viele “äußere Umstände“ und Gegebenheiten eine ganz maßgebliche Rolle spielen.
Leichtbauweise hört sich so ein bischen an wie minderwertige Billig-Bauweise. Ist es aber nicht. Leichtbauweise bedeutet sicherlich auch Gewichtsreduzierung und Kosteneinsparung, aber in erster Linie bedeutet Leichtbauweise eine Erhöhung der regenerierbaren Material- und Energieanteile im Sinne einer nachhaltigen Bauweise – wie überhaupt unsere Vorschläge dahin gehen werden, kostengünstig aber eben auch nachhaltig zu bauen. In die gleiche Richtung wird übrigens auch das Energie-Konzept gehen.

Die Lage des Geländes mit “attraktiv“ zu bewerten wäre maßlos untertrieben.
Außerordentlich idyllisch, ja beinahe romantisch wird der Campus direkt an der Donau residieren.
In welcher Form werden die Außenanlagenplanungen dies untermalen, respektive mit inszenieren?

Die Gestaltung der Außenbereiche möchte ich eigentlich weniger mit „romantischen“ Attributen versehen, sondern vielmehr unter das Motto „3 mal S“ stellen: Sport, Spiel, Spaß.
Wir haben hierzu schon einige Ideen entwickelt, die aber noch mit der BBU´01 abgestimmt und mit den Vorstellungen der Städte in Einklang gebracht werden müssen.

Sie selbst sind begeisterter Fan der Ulmer Basketballer und unterstützen diese mitunter durch ein Sponsoring.
Aus der Sicht als Fan – Was liegt Ihnen bei der Gestaltung und Konzeption des Orange Campus am Herzen?

Meine Güte, da gibt es ganz viele Punkte, die mir am Herzen liegen. In erster Linie möchte ich sicher sein, dass Jugend, Senioren ebenso wie aktive Spieler optimale Trainingsbedingungen bekommen und damit die Ulmer Basketballer in allen Alters- und Spielklassen „Spitze“ (nicht nur im Süden) sind und bleiben.

Ich danke Ihnen für die entgegengebrachte Aufmerksamkeit und wünsche weiterhin viel Erfolg und Gelingen beim Projekt Orange Campus.

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aktuelles Gebäudemodell

 

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